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Machbarkeitsstudie zur Verwendung von Wasserstoff zur Dekarbonisierung von Wohnungen und Unternehmen in Nordengland

Der Bericht „H21 North of England“ zeigt, wie die Wärmeversorgung Nordenglands bis 2035 vollständig auf 100 Prozent reinen Wasserstoff umgestellt werden könnte. Damit könnten 12,5 Millionen Tonnen CO2 Emissionen eingespart werden– jedes Jahr.

Die Machbarkeitsstudie wurde der britischen Regierung von Equinor und den Gasnetzbetreibern Northern Gas Networks und Cadent am 23. November 2018 vorgestellt. Sie zeigt, dass der gesamte Wärmebedarf von Privathaushalten und der Industrie Nordenglands zuverlässig mit Wasserstoff gedeckt werden kann. Dabei müssen im Vergleich zu Alternativen, wie der Vollelektrifizierung, nur geringere Anpassungen an der bestehenden Infrastruktur vorgenommen werden. So kann das bestehende Gasverteilnetz weiter genutzt werden.

Das Projekt

Wasserstoff kann aus Erdgas durch die Technologie der autothermen Reformierung in einer autarken 12-Gigawatt-Produktionsanlage hergestellt werden. So wird genug kohlenstoffarme Energie erzeugt, um 3,7 Millionen Haushalte und 40.000 Unternehmen im Norden Englands zu beheizen. Der produzierte Wasserstoff kann in Salzkavernen, die heute als Erdgas-speicher dienen, gespeichert werden, um Nachfragespitzen abzudecken. Das abgetrennte Nebenprodukt des Prozesses, CO2, wird sicher in Gesteinsformationen weit unter dem Meeresboden gelagert, beispielsweise vor der Nordostküste Englands.

Credit - Arne Reidar Mortensen  -  Statoil - Pål Eitrheim  - 1504758.jpg

„Wasserstoff kann eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung des Heizsektors spielen. Als einer der größten Gaslieferanten Großbritanniens und weltweit führender Anbieter von CCS passen die Empfehlungen des H21-Berichts gut zu unserer Strategie, ein breites Energieunternehmen zu sein, das sich der Entwicklung nachhaltiger Lösungen für die kohlenstoffarme Zukunft verschrieben hat", sagt Pål Eitrheim, Executive Vice President New Energy Solutions bei Equinor

Nachhaltige Lösungen für kohlenstoffarme Zukunft

Equinor unterstützt das Projekt mit seinen mehr als 20 Jahren Erfahrung in der sicheren CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) und als Versorger von Erdgas als Grundlage für die Wasserstoffproduktion. Das Unternehmen liefert seit 40 Jahren Erdgas nach Großbritannien und deckt heute über 25 Prozent des britischen Bedarfs.

„Dekarbonisiertes Erdgas kann Teil einer kohlenstoffarmen Zukunft sein. Auch die bereits vorhandene Infrastruktur kann weiter genutzt werden, da Wasserstoff darin transportiert und gespeichert werden kann, so dass der Bedarf auch in den kältesten Jahreszeiten gedeckt wäre", sagt Eitrheim.

Großes Potenzial

Großbritannien hat sich 2008 verpflichtet, seine CO2-Emissionen bis 2050 um 80 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Derzeit stammen über 30 Prozent der Emissionen aus dem Heizen und Kochen im Haushalt.

Die Machbarkeitsstudie weist darauf hin, dass bis 2050 die Wärmeversorgung von weiteren 12 Millionen Haushalten in ganz Großbritannien vollständig auf Wasserstoff umgestellt werden könnte. Die Umstellung der gesamten Gasversorgung auf Wasserstoff ermöglicht die weitreichende Dekarbonisierung der Sektoren Wärme, Strom und Verkehr mit minimalen Unannehmlichkeiten für die Verbraucher, so der „H21 North of England“-Bericht. Bei erfolgreicher Umsetzung hat das Projekt das Potenzial, die CO2-Emissionen Großbritanniens bis 2050 um 250 Millionen Tonnen pro Jahr zu senken.

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