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Batwind – Die intelligente Batterie, die Offshore-Windstrom auch bei Windstille verfügbar macht

Derzeit entwickelt Equinor gemeinsam mit Masdar die Speicheranlage Batwind. Sie soll mit Hywind Scotland – dem weltweit ersten schwimmenden Windpark – verbunden werden. Der deutsche Batteriespeicheranbieter Younicos hat den Auftrag über die Lieferung des 1-MW-Batteriesystems erhalten. Die Batterielösung besteht aus zwei rund drei Meter hohen Modulen und wird an Land installiert. Im Sommer 2018 soll sie in Betrieb gehen. Es ist das erste Batteriespeichersystem, das an einen schwimmenden Windpark angeschlossen wird. Im Interview erklärt Sebastian Bringsværd, Head of Hywind Development bei Equinor, warum Batwind die Offshore-Windindustrie maßgeblich verändern könnte.

1)    Warum hat man sich für ein angeschlossenes Batteriesystem entschieden?

Wir bei Equinor wollen unser Öl- und Gas-Portfolio schrittweise um profitable erneuerbare Energien ergänzen. Diese Strategie erfordert es, ständig nach innovativen Lösungen in diesem Bereich zu suchen. Klar ist vor allem: Mit einem höheren Anteil erneuerbarer Energien am Markt steigt der Bedarf an intelligenten Speichersystemen. Aufgrund der starken Winde auf See ist die durchschnittliche Volllaststundenzahl von Offshore-Windparks in der Regel höher als die ihrer Pendants an Land. An windstillen Tagen stehen jedoch auch die Offshore-Windenergieanlagen still. Die Speicheranlage Batwind hat das Potenzial, die Effizienz von Hywind zu steigern, indem es windstille Perioden abfängt. So wird die Zuverlässigkeit der Energiequelle Wind deutlich erhöht – über das ganze Jahr hinweg. Dadurch wird der Windenergiemarkt erweitert und die Nachfrage nach erneuerbaren Energien perspektivisch erhöht.

2)    Warum Younicos?

Grundsätzlich wird eine Standardbatterie ge- und entladen. Mit dem Batwind-Pilotprojekt wollen wir untersuchen, wie eine Batterie dazu beitragen kann, die Gesamtsystemkosten zu senken und den Wert des erzeugten Stroms zu erhöhen. Zudem soll herausgefunden werden, wie ein Batteriesystem am besten mit einem Windpark und dem Netz zusammenarbeiten kann. Younicos liefert diese Art von Batteriesystem. Die intelligente Y.Q-Software – das Gehirn der Younicos-Batterie – sorgt dafür, dass das Erinnerungsvermögen des Batteriesystems so wirkt, wie wir es wollen. Die Batterie weiß automatisch, wann sie Strom speichern und wann sie ihn in das Netz einspeisen muss. Wenn beispielsweise Wetterdaten uns sagen, dass der Wind in zwei Stunden zunehmen oder die Strompreise in drei Stunden abnehmen werden, wird Batwind entsprechend auf diese Informationen reagieren.

3)    Planen Sie ähnliche Projekte? Können Sie sich andere Standorte oder Windparks vorstellen, die von den Ergebnissen von Batwind profitieren könnten?

Batwind wird an der Stelle der schottischen Küste installiert, wo das Stromkabel des Hywind-Windparks anlandet. Wir untersuchen aber derzeit auch das Potenzial von Offshore-Batteriespeichern, die in Turbinentürmen integriert sind. Unsere Ergebnisse werden zeigen, ob dies eine Option für die Zukunft ist oder ob sich die Onshore-Batterielösung durchsetzt. Im Moment ist Batwind noch ein Pilotprojekt. Wir planen jedoch, daraus ein wirtschaftlich tragfähiges Projekt für die Speicherung von Windenergie zu entwickeln, um das Wissen aus diesem Pilotprojekt für zukünftige Windparks in vollem Umfang nutzen zu können.

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"Batwind hat das Potenzial, die Effizienz von Hywind zu steigern, indem es windstille Perioden abschwächt. So wird die Zuverlässigkeit der Energiequelle Wind deutlich erhöht – über das ganze Jahr hinweg. Dadurch wird der Windenergiemarkt erweitert und die Nachfrage nach erneuerbaren Energien perspektivisch erhöht.“

Sebastian Bringsværd
Head of Hywind Development bei Equinor

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