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Vollelektrifizierung des Wärmemarkts verursacht Mehrkosten von 30 Milliarden Euro pro Jahr

Erdgas und die Gas-Infrastruktur sind zentrale Elemente einer kostengünstigen Dekarbonisierung von Strom und Wärme. Ein beschleunigter Kohleausstieg ist Voraussetzung für das Erreichen der Klimaziele.

Berlin, 21. März 2017. Eine heute erschienene enervis-Studie analysiert verschiedene Pfade zur Sektorenkopplung von Strom und Wärme bis 2050 und trifft Aussagen zu Kosten dieser Pfade und der Wirkung auf die Versorgungssicherheit. Im Mittelpunkt stehen dabei der Strom- und Wärmemarkt und die Betrachtung der Effekte von Kohleausstieg, Vollelektrifizierung und Einsatz von Power-to-Gas (P2G) bis 2030 und 2050.

Die Studie kommt zu den folgenden Schlussfolgerungen:

  • Ohne einen beschleunigten Kohleausstieg ist eine effiziente und effektive Dekarbonisierung der Sektoren Strom und Wärme nicht möglich. Der Kohleausstieg und ein damit einhergehender Umstieg von Kohle zu Gas in der Stromerzeugung sind daher energiewirtschaftlich und politisch vorrangig.
  • Erdgas bleibt bis mindestens 2040 die kosteneffizienteste CO2 Vermeidungsoption für Wärme und bis 2050 und darüber hinaus ein kosteneffizienter CO2-armer Energieträger für Backup-Kraftwerke.
  • Um die Klimaschutzziele kosteneffizient zu erreichen, gilt es Vorfestlegungen zu vermeiden und Technologieoffenheit sicherzustellen: So stellt die Gasinfrastruktur eine wichtige Flexibilitätsoption für die Flankierung der erneuerbaren Energien dar. Eine dekarbonisierte Welt mit Power-to-Gas kann volkswirtschaftlich günstiger sein als eine Welt ohne Gas.

Ausgewertet wurden Szenarien zur Dekarbonisierung des Wärmemarktes durch Voll- bzw. Teilelektrifizierung – mit und ohne P2G. Die Ergebnisse zeigen klar: Eine weitreichende Sektorenkopplung ist teuer. Dabei liegen die Sektorenkopplungen per „Vollelektrifizierung“ und „Elektrifizierung mit P2G“ auf einem ähnlichen Kostenniveau, mit leichten Vorteilen für die Sektorenkopplung mit P2G. Darüber hinaus kann der Einsatz von P2G den Leistungsbedarf des Systems um bis zu 53 GW gegenüber einem Szenario mit Vollelektrifizierung des Wärmemarktes senken.

Olav Skalmeraas, Country Manager von Equinor erklärt hierzu: „Die Studie zeigt sehr deutlich das Potenzial von Erdgas zum Erreichen der Klimaziele. Kurz- und mittelfristig ist ein verstärkter Einsatz von Erdgas das kosteneffizienteste Mittel, um die Treibhausgasemissionen zu senken. Die Studie unterstreicht zudem, dass Gas und die Gasinfrastruktur auch langfristig als wichtige Elemente der Sektorenkopplung große Chancen für die Energiewende bieten.“

Die Studie „Klimaschutz durch Sektorenkopplung: Optionen, Szenarien, Kosten“ finden Sie hier:

Die Studie wurde von Equinor und sieben weiteren Unternehmen bei enervis energy advisors GmbH in Auftrag gegeben.