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Equinor verkündet neue Maßnahmen zur Erhöhung der Gasproduktion und zieht sich aus Russland-Geschäften zurück

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Equinor hat gemeinsam mit seinen Partnern und den norwegischen Behörden Maßnahmen eingeleitet, um die Gasnachfrage in Europa zu bedienen.

  • Erhöhte Fördergenehmigungen ermöglichen die Aufrechterhaltung der hohen Gasproduktion aus den Feldern Troll, Oseberg und Heidrun während der Sommermonate.
  • Gleichzeitig hat Equinor den Rückzug aus seinen Projekten in Russland eingeleitet. Dies betrifft auch den Handel mit russischem Öl.

[18.03.2022] Equinor hat am 16. März 2022 verkündet, dass es gemeinsam mit seinen Partnern und den norwegischen Behörden neue Maßnahmen ergreift, um die Gasnachfrage in Europa zu bedienen.

„Wir konzentrieren uns darauf, den sicheren und effizienten Betrieb unserer Anlagen aufrechtzuerhalten und in einer äußerst schwierigen Situation ein zuverlässiger Energielieferant für die Märkte in Europa zu bleiben. In engem Dialog mit den Behörden und unseren Partnern ergreifen wir nun Maßnahmen, um das hohe Produktionsniveau des Winters aufrechtzuerhalten“, sagt Kjetil Hove, Executive Vice President, Exploration & Production Norway.

Die Maßnahmen beinhalten:

  • Die für Mai geplanten Wartungsarbeiten auf vier Plattformen im Oseberg-Feld werden auf September 2022 verschoben. Dadurch wird die Produktion von etwas weniger als 500 Millionen Kubikmetern (Mio. m3) statt im September bereits im Mai erreicht.
  • Das norwegische Ministerium für Erdöl und Energie hat dem Antrag von Equinor auf eine flexiblere Produktionsgenehmigung für das Oseberg-Feld im laufenden Gaswirtschaftsjahr zugestimmt. So kann das Feld die Gasexporte bis zum 30. September 2022 um etwa 1 Mrd. m3 auf etwa 7 Mrd. m3 erhöhen.
  • Das norwegische Ministerium für Erdöl und Energie hat den Antrag von Equinor auf eine Erhöhung der Produktionsgenehmigung auf 38 Mrd. m3 Gas für das Troll-Feld für das laufende Gaswirtschaftsjahr genehmigt. Damit wird die Produktion um 1 Mrd. m3 erhöht, falls die Produktion aus anderen Feldern ausfällt.
  • Das norwegische Ministerium für Erdöl und Energie hat den Antrag von Equinor auf Erhöhung der Gasproduktion auf dem Heidrun-Feld um 0,4 Mrd. m3 im laufenden Kalenderjahr genehmigt, was einer Steigerung von bis zu ca. 30 Prozent entspricht.

Bereits im September 2021 wurden die Produktionsgenehmigungen für die Felder Oseberg und Troll für das am 1. Oktober beginnende Gaswirtschaftsjahr um jeweils 1 Mrd. m3 erhöht, um den angespannten europäischen Gasmarkt zu versorgen.

Hammerfest LNG soll ebenfalls Mitte Mai in Betrieb genommen werden und mehr als 6 Mrd. m3 Gas pro Jahr aus der Barentssee liefern.

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Kjetil Hove, Executive Vice President, Exploration & Production Norway, und Irene Rummelhoff, Executive Vice President, Marketing, Midstream & Processing. (Fotos: Arne Reidar Mortensen / Equinor ASA)

„In dieser äußerst schwierigen Situation tun wir unser Bestes, um unseren Kunden so viel wie möglich zu liefern, damit sie Haushalte und Unternehmen mit Gas versorgen können. Wir freuen uns, dass wir nun gemeinsam mit den Behörden, unseren Partnern und Gassco sicherstellen können, dass wir in diesem Sommer mehr Gas exportieren können, und gleichzeitig die Robustheit der Gasexporte erhöhen“, sagt Irene Rummelhoff, Executive Vice President, Marketing, Midstream & Processing.

Kjetil Hove, Irene Rummelhoff

Rückzug von Russland-Geschäften


Am 28. Februar hat Equinor angekündigt, keine neuen Investitionen in Russland zu tätigen und den Prozess des Ausstiegs aus den russischen Joint Ventures von Equinor einzuleiten. Zudem wird das Unternehmen auch den Handel mit russischem Öl einstellen. Dies bedeutet, dass Equinor keine neuen Geschäfte abschließen und sich nicht am Transport von Öl und Ölprodukten aus Russland beteiligen wird.

„Wir sind alle zutiefst erschüttert über die Invasion in der Ukraine, die einen schrecklichen Rückschlag für die Welt darstellt. Wir denken an all diejenigen, die unter der Militäraktion leiden“, sagt Anders Opedal, Präsident und CEO von Equinor. „In der gegenwärtigen Situation betrachten wir unsere Position als unhaltbar. Wir werden jetzt keine neuen Investitionen mehr in unser Russlandgeschäft tätigen und den Prozess des Ausstiegs aus unseren Joint Ventures in einer Weise einleiten, die mit unseren Werten vereinbar ist. Unsere oberste Priorität in dieser schwierigen Situation ist die Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Opedal.

Anders OpedalPräsident und CEO von Equinor. (Foto: Ole Jørgen Bratland / Equinor ASA)
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Equinor ist seit über 30 Jahren in Russland tätig und schloss 2012 ein Kooperationsabkommen mit Rosneft ab.

Am 14. März 2022 kündigte Equinor außerdem an, perspektivisch aus dem Handel mit Öl und Ölprodukten aus Russland auszusteigen. Equinor hat bestimmte Verpflichtungen, die sich aus Verträgen ergeben, die vor der Invasion abgeschlossen wurden. Dazu gehören Verträge, die im Januar dieses Jahres unterzeichnet wurden und nach denen Equinor im März vier Ölladungen erhalten wird.

Die Entgegennahme dieser Ladungen steht in vollem Einklang mit den geltenden Sanktionen. Equinor setzt seine Bemühungen um einen verantwortungsvollen Ausstieg aus Russland fort und stellt dabei sicher, dass alle geltenden Gesetze, einschließlich der Sanktionen, eingehalten werden.