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CO2-Speicherung (CCS)

Um Klimaneutralität zu erreichen, wird die Speicherung von CO2 ein wichtiger Baustein sein.

Die Speichertechnologie für CO2 wird weltweit bereits vielerorts erfolgreich eingesetzt. Equinor ist ein Pionier in diesem Bereich und nutzt die Technologie auf dem Sleipner-Gasfeld bereits seit fast 30 Jahren, um bei der Erdgasproduktion anfallendes CO2 auf dem norwegischen Kontinentalschelf zu speichern. Man könnte auch sagen: Das CO2 wird wieder dorthin verbracht, wo es herkommt – tief unter den Meeresboden.

Ambitionierte Klimaziele brauchen klare Expertise, die sich Equinor in fast 30 Jahren Erfahrung mit der Technologie und in 40 Forschungsprojekten weltweit erarbeitet hat. Mit neuen Geschäftsmodellen und Wertschöpfungsketten macht Equinor CO2-Speicherung nun kommerziell nutzbar für eine zukünftige dekarbonisierte Energiewelt. Als Teil von Equinors Strategie, bis 2050 ein klimaneutrales Unternehmen zu werden, haben wir uns als Ziel gesetzt, bis 2035 eine Gesamtkapazität zur Speicherung von 30 bis 50 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr zu entwickeln.

In vielen Bereichen können Emissionen vermieden werden, indem man Prozesse optimiert, Effizienz steigert, Produktionsverfahren elektrifiziert und auf erneuerbare oder kohlenstoffarme Energien umsteigt. Diese Methoden zur Emissionsreduktion stoßen in Industriezweigen wie Stahl, Chemie und Zement jedoch an ihre Grenzen, da CO2 hier oft als unvermeidbares Nebenprodukt entsteht und als „Prozessemission“ nicht vollständig vermieden werden kann. Für diese Industrien ist CCS oft die einzige Lösung.

Wie funktioniert CCS?

  • Abscheidung

    CO2 wird an der Emissionsquelle abgeschieden: Energieerzeugung, Industrie, Abfall

  • Transport

    CO2 wird per Schiff oder Pipeline zur Injektionsanlage transportiert

  • Speicherung

    CO2 wird injiziert und sicher in Tiefen von typischerweise >1 km gespeichert

Für das Verfahren wird zunächst CO2 direkt beim Emittenten abgeschieden. Von dort wird es sicher per Schiff oder Pipeline zu einer CCS-Anlage transportiert. Dort wird das CO2 in einer Tiefe von typischerweise mehr als 1.000 Metern in besonders gut geeignete Gesteinsschichten, die mit Sandstein und Salzwasser gefüllt sind (sog. saline Aquiferen), verpresst.

Diese Formation muss mit dem Deckgestein in der Regel eine nach oben und seitlich geschlossene Struktur vergleichbar mit einem Helm oder einer auf dem Kopf stehenden Schale bilden, die das CO2 sicher einschließt. Neben der Abdichtung der Lagerstätte durch das Deckgestein tragen drei physikalische und chemische Prozesse zur Sicherheit bei, indem sie die Menge an frei beweglichem CO2 allmählich reduzieren:

  • Das injizierte CO2 befindet sich in den Poren des Gesteins in der Speicherformation. Typischerweise werden etwa 20 bis 35 Prozent des injizierten CO2 als mikroskopische Blasen in diesen Poren dauerhaft eingeschlossen.
  • CO2 löst sich in Wasser. Im Laufe der Zeit wird das injizierte CO2 im Salzwasser der Lagerstätte langsam gelöst. Durch die größere Dichte sinkt dieses Wasser allmählich ab, das Risiko eines Austritts an der Oberfläche sinkt.
  • Ein Teil des gelösten CO2 bildet Mineralien und wird durch diese „Versteinerung“ völlig unbeweglich.

Nachdem das CO2 in die Lagerstätte gepumpt wurde, wird es genau überwacht. Der Überwachungsvorgang wird ebenfalls durch die EU-Richtlinie reguliert, die entsprechenden Analysen werden den zuständigen Behörden übermittelt. Alle Speicherstätten werden zudem regelmäßig von Fachbehörden kontrolliert und inspiziert. Die Überwachung des Deckgesteins ist entscheidend, um eine erfolgreiche Speicherung zu gewährleisten und sofortige Abhilfemaßnahmen zu ermöglichen, falls sich ein Problem mit der Standortintegrität ergeben sollte. Das eingelagerte CO2 wird über konstantes Druckmonitoring und regelmäßiges seismisches Monitoring überwacht.

Das Verfahren ist in Norwegen fest etabliert und wird vom Staat und auch der Gesellschaft unterstützt. Es konnten bisher keine Sicherheitsrisiken oder Folgen für Gesundheit und Umwelt festgestellt werden.

CO2 Highway Europe: eine Pipeline für Europas Dekarbonisierung

Mit dem Projekt CO2 Highway Europe (CO2HE) plant Equinor eine wegweisende Infrastruktur für Nordwesteuropa, die großskaligen CO₂-Transport und -Speicherung ermöglicht.

CO2HE sieht eine mehr als 1.000 Kilometer lange Offshore-Pipeline vor, die europäische Industriezentren, darunter zukünftig auch Deutschland, Belgien und Frankreich, mit CO₂-Speicherstätten wie Smeaheia unter dem norwegischen Kontinentalschelf verbinden wird.

Das CO₂ wird dabei zu geologisch stabilen Reservoirs transportiert, die planmäßig rund 2.600 Meter unter dem Meeresboden liegen.
Mit einer anfänglichen Kapazität von 18 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr, erweiterbar auf 27 Millionen Tonnen, soll CO2HE ab den frühen 2030er Jahren eine wesentliche Lösung für Europas

Dekarbonisierungsbestrebungen sein. Die Pipeline soll erste CO₂-Exportterminals in Zeebrugge (Belgien) und Dunkerque (Frankreich) anbinden.

Equinor stützt sich bei diesem Projekt auf fast drei Jahrzehnte Erfahrung im Bereich CO₂-Abscheidung und -Speicherung. Strategische Partnerschaften sind dabei entscheidend: Ein Memorandum of Understanding mit dem deutschen Netzbetreiber OGE unterstreicht die Ambition, Transportinfrastrukturen für CO₂ von deutschen Industrieclustern zu den norwegischen Speicherstätten zu entwickeln.

Als „Project of Common Interest“ (PCI) von der EU gefördert, ist CO2HE ein strategischer Baustein für eine umfassende europäische CO₂-Wertschöpfungskette. Es trägt wesentlich zum Erreichen der Klimaziele und zur Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Industrie bei.

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Wissenswertes zu CCS